See­brü­cke Tim­men­dorf

Timmendorf | Deutschland
Ort
Timmendorf
Fertigstellung
2024
Umsetzungszeit
4 Monate
Bauherr
Gemeinde Timmendorf
Materialien
Bongossi, Kamballa
Schweikart fertigte für die neue Seebrücke in Timmendorf präzise gefräste Bongossi-Bohlen und Handläufe aus Kambala. Auf der XXL-CNC entstanden Formteile, die Wind, Wellen und Jahrzehnten standhalten – ein Leuchtturmprojekt moderner Holzverarbeitung.

Wo kann man den Auf­gang der Son­ne inten­si­ver erle­ben, als mit­ten auf der Ost­see? Wie kann man einen Ort so gestal­ten, dass man das Gefühl hat, zwi­schen Him­mel, Wind und Wel­len zu schwe­ben? Die­se Fra­gen stell­ten sich Archi­tek­ten, Desi­gner und Fer­ti­gungs­spe­zia­lis­ten, als sie die neue See­brü­cke in Tim­men­dor­fer Strand plan­ten.

Die Gemein­de Tim­men­dor­fer Strand woll­te etwas Beson­de­res schaf­fen – eine Brü­cke, die Archi­tek­tur, Erleb­nis und Hand­werk ver­eint. Ent­stan­den ist ein 427 Meter lan­ger Steg über der Ost­see, des­sen Brü­cken­kopf einen wei­ten Blick über Bucht, Meer und Hori­zont bie­tet. Das Trag­werk ist auf eine Lebens­dau­er von über 100 Jah­ren aus­ge­legt – ein Sinn­bild für Bestän­dig­keit.

Von Beginn an war klar, dass der natür­li­che Werk­stoff Holz eine tra­gen­de Rol­le spie­len wür­de. In Kom­bi­na­ti­on mit sta­bi­len Stahl­un­ter­kon­struk­tio­nen bringt er die idea­le Balan­ce zwi­schen tech­ni­scher Sta­bi­li­tät und natür­li­cher Ästhe­tik. Holz ist robust, form­bar und in sei­ner Anmu­tung ein­zig­ar­tig – aber an der Küs­te auch beson­de­ren Belas­tun­gen aus­ge­setzt: Wind, Wet­ter und Salz­luft ver­lan­gen höchs­te Mate­ri­al­qua­li­tät und Prä­zi­si­on in der Ver­ar­bei­tung.

Für die Boh­len ent­schied man sich für das extrem dich­te und lang­le­bi­ge Bon­gos­si-Holz, das sich im Was­ser­bau seit Jahr­zehn­ten bewährt hat. Mit einer Dich­te von rund 1,1 t/m³ ist es schwe­rer als Was­ser und wider­steht auch den här­tes­ten Bedin­gun­gen. Jede Boh­le wur­de bei Schwei­kart indi­vi­du­ell auf der XXL-CNC-Frä­se bear­bei­tet – mil­li­me­ter­ge­nau, trotz Gewich­ten von bis zu 200 kg und Län­gen von sie­ben Metern.

Die ein­ge­ar­bei­te­ten Leuch­ten, die nachts den Steg sanft illu­mi­nie­ren, erfor­der­ten prä­zi­se Aus­frä­sun­gen. Das extrem har­te Mate­ri­al stell­te dabei höchs­te Ansprü­che an Werk­zeug, Dreh­zahl und Vor­schub. Die Logis­tik die­ser Fer­ti­gung war eben­so anspruchs­voll wie die Bear­bei­tung selbst – der Trans­port der schwe­ren Ele­men­te durch Hal­len und Tore ver­lang­te Erfah­rung, Pla­nung und geeig­ne­te Hebe­tech­nik.

Auch die Hand­läu­fe bestehen aus einem wider­stands­fä­hi­gen Holz: Kam­ba­la (auch Iro­ko). Das Mate­ri­al ist beson­ders lang­le­big und für Außen­be­rei­che bes­tens geeig­net. Die abge­schräg­ten und gefälz­ten Pro­fi­le wur­den auf einer 4‑Sei­ten-Hobel­ma­schi­ne von Wei­nig gefer­tigt, wäh­rend gebo­ge­ne Hand­läu­fe auf der 5‑Achs-CNC-Anla­ge ent­stan­den. So ver­bin­det das Pro­jekt tra­di­tio­nel­les Hand­werk mit moderns­ter Tech­no­lo­gie.