Formbare Orgelverkleidung

Papenburg | Deutschland
Ort
Antoniuskirche Papenburg
Fertigstellung
2024
Umsetzungszeit
2 Monate
Bauherr
Architekturbüro Königs
Materialien
Intelligent Wood
Mit der Orgelverkleidung der Antoniuskirche Papenburg setzte Schweikart Maßstäbe in Design und Technik. Aus „Intelligent Wood“ geformte Lamellen vereinen Akustik, Ästhetik und CNC-Präzision zu einem einzigartigen Werk moderner Holzinnovation.

Die 1674 erbaute Antoniuskirche beeindruckt nicht nur durch ihren prächtigen Innenraum und den kunstvollen Altar, sondern vor allem durch zwei einzigartige Orgeln: die große Hauptorgel und ihre kleinere Schwester im Seitenschiff.

Beide Instrumente wurden 2020 von Seifert, einem der renommiertesten Orgelbauer Deutschlands, umfassend restauriert. Die große Orgel über dem Haupteingang erhielt dabei eine völlig neue, außergewöhnliche Verkleidung, ein System aus gedrehten, geometrisch geformten Lamellen, das Akustik und Design auf faszinierende Weise verbindet. Der Entwurf stammt von Architekt Königs aus Köln, der für das Konzept den Wettbewerb gewann. Die Lamellen öffnen sich an den Stellen, an denen der Schall austritt – eine Kombination aus Ästhetik und Funktion, die höchste Präzision in Planung und Fertigung erforderte.

Die Herausforderung bestand darin, einen Holzwerkstoff zu finden, der sich dauerhaft und kontrolliert verformen lässt, ohne seine Stabilität zu verlieren. Hier brachte Schweikart seine Erfahrung in CNC-Bearbeitung und Materialentwicklung ein und fand die entscheidende Lösung. Mit dem innovativen Werkstoff „Intelligent Wood“ konnten die Lamellen unter Druck und Temperatur geformt und dauerhaft fixiert werden. So entstand eine imposante Konstruktion, die nicht nur technisch überzeugt, sondern auch künstlerisch beeindruckt.

Auch die Nebenorgel erhielt eine maßgefertigte Lamellenverkleidung, die quer zum Schallverlauf angeordnet ist. Die Oberfläche zeigt eine besondere Zweifarbigkeit: außen silber, innen gold, aufgetragen im präzisen Spritzverfahren von Schweikart. In geöffnetem Zustand schimmert das Gold im Inneren – ein faszinierendes Detail, das nur aus bestimmten Blickwinkeln sichtbar wird.

Neben der Formgebung übernahm Schweikart auch die Feinstrukturierung der Oberflächen: Mithilfe modernster CNC-Technik wurden realistische Holzmaserungen eingefräst, die eine erstaunlich natürliche Haptik erzeugen. Ergänzt durch präzise Clamex-Verbindungen entstand so ein Werk, das technische Innovation und handwerkliche Perfektion vereint.

Das Ergebnis: ein imposantes, akustisch wie optisch beeindruckendes Kunstwerk aus Holz, Technik und Präzision, das zeigt, wie Schweikarts Know-how selbst in sakralen Räumen neue Maßstäbe setzt.